Sizilien

Mit 25.700 Quadratkilometern ist Sizilien die größte Insel im Mittelmeer und mit rund fünf Millionen Einwohnern auch eine der am dichtesten besiedelten Inseln. Untergliedert ist Sizilien in neun Provinzen mit insgesamt 390 Gemeinden. Hauptstadt und Sitz des Parlamentes ist Palermo. Traurige Berühmtheit erlangte die Insel durch die Mafia, die vor allem in den 60er und 80er Jahren von sich reden machte und auch heute noch aktiv ist, selbst wenn die führenden Köpfe der Cosa Nostra inzwischen hinter Gittern sitzen.

Der Tourismus auf der Insel hat nur bedingt darunter gelitten. Nach wie vor ist er eines der wichtigsten wirtschaftlichen Standbeine. Zugute kommt Sizilien dabei seine Landschaft, die vom Ätna geprägt wird. Er ist der aktivste und größte Vulkan in Europa. 3345 Meter ragt er in die Höhe. Touristen können sich bei Ausflügen ein Bild von der Macht des Vulkans mit vier Haupt- und 52 Nebenkratern machen. Busse fahren bis auf 1900 Metern. Hier gibt es erloschene Krater zu sehen. Höher hinaus geht es mit einem Jeep oder der Seilbahn. Vom Winter bis in den Frühling hinein ist der Ätna schneebedeckt und lädt Wintersportler ein. Generell wird das Landschaftsbild von Sizilien durch Berge und Hügel geprägt. Sie machen rund 80 Prozent der Fläche aus. Von den riesigen Wäldern, die einst auf der Insel waren, ist heute nicht mehr viel zu sehen. Die Bäume wurden zum großen Teil für den Schiffbau abgeholzt. Glücklicherweise haben sich die Rodungen nicht auf die Artenvielfalt ausgewirkt. Über 3000 Pflanzenarten sind auf Sizilien heimisch, darunter auch Bananenstauden und Gummibäume. Angebaut werden in erster Linie Weinreben, Olivenbäume, Tomaten, Mandelbäume und Zitrusfrüchte. Zugute kommt den landwirtschaftlichen Betrieben der fruchtbare Boden vor allem in der Nähe des Ätna. Diese Vielfalt an Nutzpflanzen spiegelt sich natürlich in der sizilianischen Küche wieder. Sie ist äußerst vielseitig und insbesondere bei den Süßspeisen durch die arabische Zeit geprägt. Besonders lecker sind die gefüllten Reisbällchen, die Arancini, die Pasta-Variationen mit Sardinen und Auberginen sowie die vielen leckeren Torten und Teigrollen.

Die Sehenswürdigkeiten der Insel – abgesehen vom Ätna und der Landschaft– konzentrieren sich in erster Linie auf den Bereich der Architektur, die von verschiedenen Epochen ab der Antike geprägt wurde. Aus der Zeit der Griechen und Römer stammen die Monumente, die bei Siracusa, dem Geburtsort von Archimedes, zu bewundern sind. Gleiches gilt für die Sakralbauten bei Agrigento und Selinunte. Freunde der barocken Bauweise sollten auf jeden Fall Catania, die zweitgrößte Stadt der Insel, besuchen. Als Urlaubsort mit hervorragender Infrastruktur bietet sich Taormina an.