Bordeaux
Das Arrondissement Bordeaux im Südwesten Frankreichs, nur rund 50 Kilometer vom Meer entfernt, ist die bekannteste und größte Weinbauregion der Welt. 4.000 Weingüter produzieren im Jahr weit über fünf Millionen Hektoliter der edlen Tropfen, wobei vor allem der trockene Rotwein geschätzt wird. Unterteilen lässt sich die Region in das Médoc, die Graves, das Entre-Deux-Mers, das Liburnais sowie Blayais und Bourgeais. Der große Erfolg des Bordeaux als Anbaugebiet für Wein beruht auf mehreren Faktoren: Dem Kalksteinsockel, den Wasserläufen und dem Klima. Große Temperaturschwankungen gibt es nicht, die Winter sind frostfrei und die Sonne scheint 2000 Stunden im Jahr. Trotz dieser Vorzüge und des guten Rufs, ist es nicht sonderlich gut bestellt um die meisten Weinbauern.
Größte Stadt und Verwaltungssitz des gleichnamigen Arrondissements ist Bordeaux mit 230.000 Einwohnern und einer Fläche von 49 Quadratkilometern. Sie liegt an der Garonne und hat die Form einer Mondsichel, was zum Beinahmen Hafen des Mondes führte. Bordeaux ist in acht Stadtteile gegliedert, darunter die Altstadt, die seit 2007 in der UNESCO-Liste der Weltkulturerbe steht. Die Stadt ist über 2300 Jahre alt und ist seit dem 15. Jahrhundert fest in französischer Hand. Der Wein und der Hafen gehören mit den Dienstleistungen wie dem Tourismus zu den wichtigsten wirtschaftlichen Standbeinen von Bordeaux. Hier gibt es vier Universitäten, an denen 70.000 Studierende eingeschrieben sind.
Die Stadt unterscheidet sich insofern von vielen anderen französischen Orten, als dass sie nicht mit einzelnen Sehenswürdigkeiten aufwartet, sondern durch das historisch geprägte Gesamtbild besticht. Bordeaux ist noch fast vollständig erhalten. Das gilt für die spätbarocke Anordnung, die Gärten und Parks, die Häuserzeilen und die vielen Bürgerhäuser, die entlang des Flussufers erbaut wurden. Auffallen werden bei einem Stadtrundgang vor allem die 127 Meter lange Kathedrale Saint-André mit ihrem freistehenden Turm Pey-Berland, der schon von weitem zu sehen ist. Überragt wird er vom Turm der Basilika Saint Michel, der 114 Meter hoch ist und aus dem 16. Jahrhundert stammt. Ideal zum Ausspannen ist der Place des Quinconces. Er nimmt 126.000 Quadratmeter des Stadtgebietes ein und ist damit der größte umbaute Platz in Europa. In den Lokalen kann man die regionalen Spezialitäten genießen.